Preisträger

2021

Der unbekannte Friedensengel

Sabine Elstermann
Dr. Winfried Bettecken
Sabine Elstermann
Klau Roth, Martin & Sabine Elstermann und Dr. Winfried Bettecken

Sabine Elstermann

Laudatio von Dr. Winfried Bettecken,
Programmchef MDR-Sachsen-Anhalt

Was ist ein Engel? Ein Mittler, der ein Stück Himmel auf Erden schafft, der das Unlösbare mit seinen Schwingen schwebend leicht löst, seine Hände schützend über die Beladenen hält, der immer da ist, wenn es um das Fügen von Frieden und Wir in den Zusammenhalt geht. Das ist ein Engel. Auch wir Medien-Schaffende suchen stetig nach solchen Engeln, weil wir an ihnen zeigen können, wie unser Zusammenleben gelingt.

Aber: woran erkennen wir einen Engel? Hören Sie mal, denn es kann sein, dass Sie diesen Engel sagen hören: „Jedes Kind ist das größte, schönste und wertvollste Geschenk im Leben.“

Das sagt Sabine Elstermann, Sozial-Pädagogin und Mutter von Martin; er ist nicht behindert, sondern beeinträchtigt, wie sie sagt. Und drei Jahre nach seiner Geburt mit Beeinträchtigung ging sie, wie sie sagt, durch ein seelisches Tal, sie fiel in ein tiefes Loch. Doch dann öffnete sich für sie eine Tür mit Blick nach vorn: das größte Glück im Blick. Ihr Blick eröffnete eine neue, schöne Welt, für ihren Martin, und für sie selbst. Man kann aus allem das Schönste machen, das ist das Credo von Sabine Elstermann.

Und das MACHEN, das genau ist Sabine Elstermanns Ding, als Sportlerin zumal. Im Cöthener Hockey-Club 02 ist sie seit langem engagiert. Denn Sport verbindet, durch Freude an der Bewegung, über alle denkbaren Grenzen hinweg, auch das ein Credo von Sabine Elstermann.

Als Hockey-Spielerin hat sie spielend alles gewonnen, ihren Hauptgewinn muss sie sich richtig erarbeiten. Das ging so: Sabine Elstermann nahm irgendwann ihren Martin mit in den Club, um das Eis der Vorbehalte zu brechen. Jedem im Club wurde schnell klar: so etwas kann jeden zu jeder Zeit treffen, in jedem Alter. So wurde eine Spezial-Hockey-Mannschaft gegründet – Para-Hockey, übrigens die erste in den östlichen Bundesländern! Das ist bis heute noch so. Dafür war Sabine Elstermann kein Weg zu weit: in Köln machte sie ihren Spezial-Trainerinnen-Schein. Dann lebte sie Inklusion vor, baute Klischees und Vorurteile ab, etwa indem die Damenmannschaft des Cöthener Hockey-Clubs mit den „Specials“ zusammen trainiert. So entwickelte sie die Mannschaft zu einer Herzkammer des Vereins. Höhepunkte bisher sind die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Special-Hockey, ein 2. Platz bei Para-Hockey-Meisterschaften und die Nominierung eines Spielers für die Nationalmannschaft im Special-Hockey im Juli 2019. Das ist Markus, und er hat auch schon an einer Para-Hockey-EM in Belgien teilgenommen.

Zurzeit zählt ihr Spezial-Hockey-Team 14 Mädchen und Jungs. Elf von ihnen haben gar keine eigene Familie, sonst kaum Anschluss. Der Verein Köthen 02 ist ihr Zuhause, ihre Familie, mit Spaß am Leben, außerhalb der Heime. Und ihre Hockey-und-sonst-auch-Mama ist eben Sabine Elstermann. Für ihr Team würde Sabine Elstermann sogar ihr Haus verpfänden, wenn dadurch vielleicht ein Trainingslager möglich würde, sagt sie klar und bündig. Und sie ist eine Frau der Tat.

Von hier aus glaubt und hofft Friedensengel Sabine Elstermann zweierlei:

Erstens: Sie wird etwas hinterlassen im Club, und die Specials im Club wird es immer geben.

Und zweitens: Beeinträchtigte Menschen sollten auch in anderen Vereinen im Land eine Heimat finden, auch in anderen Sportarten – über bestehende Vorbehalte hinweg. Und damit müsse niemand das Rad neu erfinden, sagt sie.

Denn als Ratgeberin gibt es Sabine Elstermann, den Friedensengel 2021.

Herzlichen Glückwunsch, und Dank für Ihr Engagement!


Beispielhafte Initiative

Barbara Klabunde
Gabriele Arndt
Klaus Roth, Gabriele Arndt und Barbara Klabunde
Verein zur Förderung krebskranker
Kinder Halle (Saale) e.V.
Auszug aus der Laudatio von Barbara Klabunde,
stellvertretende Programmdirektorin radio SAW/Rockland

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Ehre und ausgesprochene Freude zugleich, mit Ihnen gemeinsam, Menschen und Initiativen heute in den Vordergrund zu stellen, die unsere Gesellschaft in ganz besonderer Weise bereichern und deren außergewöhnliches Engagement begeistert.

Als ich Mitglied der Jury wurde, habe ich mich neugierig auf alle Einreichungen gestürzt. Neugierig und offen zu sein, dass kenne ich aus meiner täglichen Arbeit bei radio SAW. Regionale Geschichten entdecken, die Menschen dahinter vorstellen und darüber berichten. Doch nun sollte ich diese Projekte und Initiativen auch bewerten und das nur, auf der Grundlage von wohl beschreibenden Worten der Einreichenden.

Es war keine Frage, dass ich mir gern die Zeit nahm, jede der Einreichungen einem ausführlicheren Recherche-Check zu unterziehen. Als Bewertender sollte man neutral herangehen und möchte am Ende vor allem gerecht sein. Am liebsten hätte ich alle Initiativen und Projekte besucht, die Akteure sanft ausgefragt und näher kennengelernt. Aber da war Corona, der Abstand und natürlich auch noch meine tägliche Arbeit.

Mein Herz habe ich trotzdem, schon beim ersten Durchlesen sofort an ein Projekt verloren. Offensichtlich ging es nicht nur mir alleine so, denn die Jury war sich in überwältigendem Maße einig.

Herzlichen Glückwunsch im Namen aller Beteiligten, dem Preisträger des Friedensengels 2021 in der Kategorie „Beispielhafte Initiative“ – dem Verein zur Förderung krebskranker Kinder Halle (Saale) e.V., dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 5000,00 Euro.

Seit 30 Jahren kümmert sich der Verein in vielfältiger Weise um an Krebs erkrankte Kinder, um deren Eltern und um deren Geschwister. Diese wertvolle Arbeit ist zu großen Teilen von Spenden abhängig. Krebskranke Kinder werden vom Verein auf der onkologischen Station des Uniklinikums Halle und in der direkt gegenüberliegenden Vereinsvilla, dem „Kinderplaneten“ liebevoll betreut.

Den Wert dieser Vereinsarbeit können wir nicht hoch genug schätzen und würdigen.

Natürlich drängt sich die Frage auf, wer sind die handelnden Personen die sich mit so viel Kraft, Ausdauer, Liebe, sicher auch einer großen Portion Resilienz, diesen täglichen emotionalen Belastungen und Herausforderungen seit 30 Jahren aufopfernd stellen.

Respekt und Hochachtung gebührt dem ganzen Team um die Leiterin des „Kinderplaneten“, Gabriele Arndt, für diese so wertvolle Arbeit!

Unsere Volksvertreter sollten wir vor der kommenden Bundestagswahl fragen, warum solche wichtigen Projekte durch Vereine, Stiftungen und Initiativen, oft mit Spenden organisiert und realisiert werden müssen. Ist der Staat nicht in der Pflicht Kindern und Eltern weitreichendere Unterstützung zu ermöglichen? Wann werden endlich Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen?

Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit habe, an dieser Stelle der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Bernburg, Klaus Roth und seinem gesamten Team, großen Dank auszusprechen:

Für die Ausrichtung dieses Preises und damit der Möglichkeit, solche gesellschaftlich hoch relevanten Initiativen bekanntzumachen und in diesem Zusammenhang besonders engagierte Menschen auszuzeichnen, ihnen eine Bühne zu geben und mit einem großzügigen Preisgeld zu bedenken.

Was können wir ALLE tun? Wir können solche großartigen Projekte unterstützen, indem wir auf sie aufmerksam machen, die Menschen die dort arbeiten wertschätzen und würdigen, wie heute mit dem Preis des Friedensengel 2021. Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Spendenbereitschaft nie nachlässt und es für FRIEDENSENGEL immer eine Zukunft gibt.


Der prominente Friedensengel – Öffentliches Wirken

Prof. Dr. Klaus Töpfer
Prof. Dr. Klaus Töpfer und Joachim Liebig
Klaus Roth, Prof. Dr. Klaus Töpfer und Joachim Liebig

Prof. Dr. Klaus Töpfer

Laudatio von Joachim Liebig,
Kirchenpräsident Ev. Landeskirche Anhalts

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Töpfer!

Erlauben Sie mir eine erste Vorbemerkung: Es ist für uns in der Jugendstiftung eine Ehre, Sie heute als ‚Friedensengel‘ auszeichnen zu dürfen. Ihr vielfältiges politisches Leben hat Sie weit herumgeführt und findet nun einen kurzen Zwischenhalt hier in Bernburg. Möglicherweise ist das für Sie unerwartet; für uns in jedem Falle hoch erfreulich!

Rückblickend lässt sich heute sagen: Umweltpolitik hat mit Ihnen und durch Sie nicht nur erstmals einen prominenten Namen gewonnen, sondern wurde gegen viele Vorbehalte Teil politischen Denkens und Handelns durch nahezu alle politischen Parteien hindurch und vor allem in einer Fülle von Verbänden und Initiativen.

Schauen wir auf die Zeit nach Professor Töpfers beeindruckender politischer Tätigkeit in Landes- und Bundesregierung, begegnet uns eine nahezu unüberschaubare Anzahl öffentlicher Ämter, die dieser seit 1998 bekleidete oder immer noch bekleidet: In Auswahl sei dabei der Hochschulrat der Universität Paderborn und die Vizepräsidentschaft der Welthungerhilfe benannt. Die Mitgliedschaft im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen sei gleichfalls erwähnt. Einen regionalen Bezug finden wir in seinem gemeinsamen Vorsitz mit Professor Dirk Messner – Präsident des Umweltbundesamtes in Dessau – im deutschen Teil des UN Netzwerkes Sustainable Development Solutions Network (SDSN).

In der hiesigen Region Anhalt entstand vor mehr als 200 Jahren einer der Kernorte der sich entwickelnden Aufklärung. Bis heute findet dieses eine wunderbare Ausprägung unter anderem im Gartenreich des Fürsten Franz zu Anhalt-Dessau. Bereits damals ging es nicht nur um die Gestaltung von Natur; vielmehr war mit der Natur die bereits erwähnte Eigenrechtlichkeit immanent verbunden.

Mit dem Verschwimmen religiöser Prägekraft bereits an der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert rückte die Natur in den Blick als ein Ort zur Klärung letzter Fragen. Als Theologe kann ich dem nur widersprechen. Die Natur ist und bleibt Teil der Schöpfung und bildet damit die Erscheinungsform des Reichtums der Schöpfung, die alle denkbaren Universen umfasst. Das bildet ihren ihr innewohnenden Wert ab. Sie ist damit auch nach christlicher Sozialethik dem Menschen zu verantwortungsvollem Handeln an die Hand gegeben. Das Ausnutzen der natürlichen Ressourcen unter Missachtung aller Verantwortlichkeit und damit der Nachhaltigkeit war von Anfang an ein ethisches Missverständnis, das zeitgleich mit der Aufklärung in der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts einen ersten Höhepunkt erreichte. Erstmalig wurden dabei globale Konsequenzen lokalen und regionalen Handelns deutlich. Angesichts der heutigen globalen Vernetzung sind diese Fragen selbstevident.

Diese Selbstevidenz – bei aller möglichen und notwendigen politischen Differenzierung – ist auch Ihr Verdienst, lieber Herr Professor Dr. Töpfer. Darin liegt der Grund dafür, Sie heute auszuzeichnen.

Es versteht sich inzwischen von selbst, dass mit den Fragen einer nachhaltigen Umweltnutzung alle grundsätzlichen Fragen zur Zukunft der Menschheit zu stellen sind. Globale Gerechtigkeit, Fragen von Krieg und Frieden werden sich erwartbar zukünftig vor allem an Konflikten entzünden, deren Wurzeln in nicht nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen liegen.

Darauf wiesen Sie immer wieder hin und tun es bis heute. Dafür danken wir Ihnen – und ich ganz persönlich – und bitten Sie, mit Ihrer ganzen Kraft darin nicht nachzulassen.


2019

Der unbekannte Friedensengel

Dr. Thomas Baum

Seit vielen Jahren bereist Dr. Thomas Baum auf eigene Kosten afrikanische Länder, um vor Ort zahnmedizinische Behandlungen durchzuführen. Die Behandlungen werden kostenfrei angeboten.
Nicht nur die Behandlung steht im Vordergrund, sondern auch die Aufklärungs- und Schulungsarbeit. Dr. Thomas Baum startet vor seinen Reisen Spendenaktionen, um vor Ort Zahnbürsten und Zahnpasta verteilen zu können.

Wichtig sind ihm, die Schulungen vor Ort, um nachhaltig etwas verändern zu können. Kleine Behandlungszentren sind am entstehen, welche durch Spenden eingerichtet werden.

Nicht nur in der Ferne, sondern auch vor Ort ist Dr. Thomas Baum sozial engagiert. Unter dem Motto „Schenken Sie Freude, keine Werte!“ hat er eine Aktions ins Leben gerufen, die nach einem einfachen Prinzip funktioniert: Kinder, die in der Praxis behandelt werden, dürfen auf einem Zettel je einen freien Wunsch im vorgegebenen Geldrahmen notieren.

Diese Wünsche werden an einem in der Praxis aufgestellten Weihnachtsbaum gehängt. Patienten und Dr. Thomas Baum erfüllen diese Wünsche. In der Vorweihnachtszeit werde die Geschenke von Dr. Thomas Baum und seinem Team persönlich überreicht. Die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppe Cörmigk, der St. Johannis GmbH, sind jedes Jahr Teil dieses Projektes „Patienten für Kinder“, welches die Kinderaugen immer wieder leuchten lässt.


Beispielhafte Initiative

Michael Marquardt

Herr Marquardt hat sich langjährig, intensiv und stetig für die Integration, den Frieden und die Völkerverständigung eingesetzt. Auf ihn geht insbesondere die Entwicklung des „Eine Welt Hauses“ in Magdeburg zurück. Dieses Haus gibt vielen ausländischen Gruppen und Initiativen die Möglichkeit sich zu organisieren, teilzuhaben, zu unterstützen und gesellschaftlich mitzuwirken.

Als Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass durch kooperatives Zusammenwirken haupt- und ehrenamtlicher Strukturen, dass die AGSA zu einem landesweit anerkannten Träger der Integrationsarbeit wurde.

Schon im Jahr 1996 hat er sich um die Zusammenführung der Europäischen Jugend gekümmert und das Eurocamp ins Leben gerufen. Junge Menschen aus rund 30 Europäischen Staaten arbeiten seither jeden Sommer in Sachsen-Anhalt in den Ferien zusammen und schaffen etwas für das Gemeinwohl. Dadurch sind viele Freundschaften entstanden. Nur wer sich kennt braucht sich nicht fürchten!

Weitere multilaterale Projekte wurden durch Herrn Marquardt mit den Ländern Frankreich, Rumänien, Polen und Ungarn durchgeführt. Völkerverständigung und gemeinsames Lernen standen dabei immer im Fokus ebenso wie die politische Bildung.

Herr Marquardt gehörte von Anfang an dem Landesbündnis für Toleranz und Demokratie an. Er bringt sich unermüdlich und engagiert beim „Runden Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit in Sachsen- Anhalt“ ein. Ebenso ist er Mitglied im „Bündnis gegen Rechts“ sowie im „Trägerbündnis Sachsen Anhalt“.

Von allen Beteiligten und von allen Bündnissen wird seine faire und ausgleichende Art aber auch seine klare Haltung geschätzt, viele Prozesse hat er angestoßen und Trägerstreitigkeiten geschlichtet.

Persönlich setzt sich Herr Marquardt für Einzelschicksale ein und hilft mit, Anerkennungen im Beruf zu ermöglichen, bei Schulden, Gewalterfahrungen oder Diskriminierungen zu beraten und tatkräftig zu unterstützen.

Er war auch auf der „Meile der Demokratie“ aktiv oder streitbar beim Sachsen-Anhalt-Tag. Herr Marquardt stand immer an erster Stelle und mitten drin, wenn es um die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund ging. Viele Impulse gingen von ihm in das Land Sachsen Anhalt aus, Programme wurden von ihm mitgestaltet und er wurde immer gern als fachlicher Berater hinzugezogen.

Seit Frühjahr ist Herr Marquardt in den (Un)Ruhestand getreten, er ist aber weiterhin in den Bündnissen und Runden Tischen engagiert.
Das Engagement des Herrn Marquadt – der persönlich ein sehr bescheidener Mensch ist -, für Frieden, Völkerverständigung, Demokratie und Integration ist vorbildhaft und sollte unbedingt geehrt werden.


Öffentliches Wirken

Silvia Zöller – Wir helfen e.V.

Der gemeinnützige Verein „Wir helfen – der Unterstützungsverein der Mitteldeutschen Zeitung“ sammelt seit seiner Gründung im Jahr 2001 Geld, um damit sozial benachteiligte Kinder im Süden Sachsen-Anhalts zu unterstützen. Seitdem sind weit mehr als eine Million Euro zusammen gekommen.

Das Geld wird komplett für Projekte und Initiativen in der Region eingesetzt, die sich um bedürftige Kinder und Jugendliche kümmern. Hunderten Kindern aus sozial benachteiligten Familien konnte so geholfen werden durch die Verbesserung von Lernbedingungen, Freizeitangeboten oder mit Hilfen bei Ferienfahrten.

Die Spenden werden ohne Abzüge wieder verteilt, jeder gespendete Cent kommt an. Alle Vereinsmitglieder unter dem Vorsitz von Hedwig Neven DuMont, Witwe des ehemaligen Verlegers der Mitteldeutschen Zeitung, arbeiten ehrenamtlich.

Hier sind Menschen des öffentlichen Lebens, ehemalige oder amtierende Ministerinnen, Professoren, Oberbürgermeisterinnen oder Bankdirektoren.

Durch eine geschickte Auswahl im Beirat ist sichergestellt, das wichtige Themen aufgegriffen werden und auch Geld akquiriert werden kann.
In jedem Jahr widmet sich der Verein einem bestimmten Thema, das immer die Hilfe für bedürftige Kinder in den Mittelpunkt stellt. Das aktuelle Motto lautet „Wir helfen, damit alle Kinder Anschluss finden“.

Die von „Wir helfen“ unterstützen Projekte werden einmal jährlich ausgewählt. Die Vergabe der Spenden erfolgt in der Mitgliederversammlung. Dabei gilt der Grundsatz: Das zur Verfügung stehende Geld soll nachhaltig und effektiv eingesetzt werden. Deshalb sehen sich die Vereinsmitglieder viele Einrichtungen und Projekte der Kinder- und Jugendarbeit an – vor und auch nach der Spendenvergabe. So ist sichergestellt, dass das Geld gut angelegt wird. Über die Vergabe der Spenden und die Projekte wird in der Mitteldeutschen Zeitung ausführlich berichtet.

Zu den vom halleschen Verein „Wir helfen“ geförderten Projekten gehören in diesem Jahr:

Das Schulfrühstück in Halle: An mehreren Grundschulen mit einem besonders hohen Anteil sozial schwacher Kinder wird auf Initiative des Vereins „Wir helfen“ für alle Kinder ein Frühstück angeboten. Anstoß für das Projekt, das inzwischen seit mehreren Jahren läuft und auch in anderen Orten wie Merseburg aufgegriffen worden ist, war die Erfahrung: Viele Kinder vor allem aus „Problemfamilien“ kommen ohne Frühstück in die Schule. Ihnen fällt es schwer, sich zu konzentrieren und zu lernen. Mit dem Frühstücksprojekt ist das anders, besser geworden. Und es gibt Nebeneffekte: Das gemeinsame Frühstück ist ein wichtiger Ort des sozialen Lernens – Umgangsformen, Disziplin, verantwortlicher Umgang mit Lebensmitteln werden so nebenbei vermittelt.

Der Kinderschutzbund Mansfeld-Südharz: Die Organisation betreibt mehrere niederschwellige Einrichtungen in der strukturschwachen Region. Dort werden Kinder nachmittags nach ihrer Schulzeit betreut – die Alternative wäre häufig nur die Straße. Der Verein „Wir helfen“ hat den Kinderschutzbund unter anderem bei der Organisation von Ferienfreizeiten und einem gesunden Frühstücks-Angebot für Kinder in der Ferienzeit unterstützt.

Durch die Unterstützung des Vereins „Wir helfen“ war es vielen kleinen und großen Initiativen möglich Projekte durchzuführen, Probleme zu überwinden. Durch die Themengebung wurde immer wieder der Finger in die Wunde gesellschaftspolitischer Missstände gelegt und auch ein redaktioneller Fokus darauf gelegt. So ist auch die Not nicht verborgen geblieben, sondern sie wurde ins Scheinwerferlicht gestellt, erläutert aber auch mit Lösungsansätzen versehen.

Der Verein ist ist durchsichtig, sichtbar und nötig!

Wir helfen hat vielen Vereinen Mut gemacht weiter zu machen, Menschen aufmerksam auf Probleme gemacht und das gesammelte Geld ohne Abschlag verteilt, dafür sollte es einen Friedensengel geben!