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Verleihung auf den 9. Juli 2021 verschoben

Leider müssen wir schweren Herzens mitteilen, dass wir aufgrund der Verlängerung der aktuellen Eindämmungsordnung bis zum 9. Mai 2021 die Verleihung der Friedensengel 2021 verschieben werden.

Viele der Nominierten haben sich bereits für die Veranstaltung angemeldet, deshalb möchten wir den neuen Termin in nicht allzu ferner Zukunft stattfinden lassen.

Als neues Datum haben wir Freitag, den 09. Juli 2021 ausgewählt. Wir hoffen, dass bis dahin Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind.

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Wer wird Sachsen-Anhalts FRIEDENSENGEL 2021

Engagementpreis wird am 9. Juli zum zweiten Mal in Bernburg verliehen

Bernburg (Saale), 25.02.2021: In Bernburg wird am 9. Juli 2021 zum zweiten Mal durch die Stift­ung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis »FRIEDENSENGEL 2021« verliehen. Die Auszeichnung soll Menschen und Projekte in den Blick der Öffentlichkeit rücken und die Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement in Sachsen-Anhalt befördern.

Die Festrede zur Preisverleihung wird in diesem Jahr von Bundesminister a.D. Prof. Dr. Klaus Töpfer gehalten.

Einzelpersonen bzw. Initiativen aus ganz Sachsen-Anhalt wurden für ihr vielfältiges Engagement für den Preis der Stiftung Ev. Jugendhilfe vorgeschlagen.

Wer im Juli die Auszeichnung »FRIEDENSENGEL 2021« entgegennehmen wird, entscheidet eine Jury (Link) aus Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens in Sachsen-Anhalt. Sicher keine einfache Aufgabe, wenn man sich die Einreichungen anschaut.

Nominiert wurden u.a. Robin Pietsch (Wernigerode) für die Aktion „Kochen für Helden“, Gabriele Herbst (Magdeburg) für das Tansania-Projekt „Education ist the Key of life“, Sabine Elstermann (Köthen) für ihren Einsatz im Specialhockeyteam. Vorschläge gab es auch von prominenter Seite, so schlug Marius Sowislo, Ex-Kapitän des 1. FC Magdeburg Sebastian Schulz (Bernburg) für sein Engagement mit Schulle & friends vor, in dem er sich für die Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung engagiert.

Alle Nominierungen finden Sie hier.

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Friedensengel spendet Preisgeld für neue Zahnstation in Sambia

Bernburg (Saale), 11.09.2020: Einer der ersten drei Gewinner des Friedensengels, war im Jahr 2019 Dr. Thomas Baum, ein Zahnarzt aus Baalberge. Er gewann den Preis in der Kategorie “Der unbekannte Friedensengel” für sein ehrenamtliches Engagement in der Zahngesundheit in afrikanischen und asiatischen Ländern. Das mit der Ehrung verbundene Preisgeld von 5.000 Euro spendete er direkt an die GER.D Charity, um eine weitere Zahnstation in Sambia zu errichten. Aktuell wird der Container für seine künftige Bestimmung hergerichtet und vorbereitet und per Schiff nach Afrika verschickt. Im Frühjahr werden Dr. Thomas Baum und seine Kolleginnen und Kollegen vor Ort in Sambia die Zahnarztstation in Betrieb nehmen.

Noch bis zum 30. September 2021 können Vorschläge für die FRIEDENSENGEL 2021, dem mit 3 x 5.000 Euro dotierten Engagementpreis der Stift­ung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis, eingereicht werden.

Zur Nominierung können eine Vielzahl von Personen und Projekten vorgeschlagen werden. Eine Jury aus Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens in Sachsen-Anhalt wählt die Preisträger*innen in den drei Kategorien aus.

Mit der Auslobung des Preises möchte die Stiftung Ev. Jugendhilfe Mut machende Beispiele von überzeugender Friedensarbeit, die bisher mit ihrer Arbeit wenig bekannt sind, ins Licht der Öffentlichkeit rücken und unterstützen.

Die Preisträger*innen des »FRIEDENSENGEL 2021« der Sti­ftung Evangelische Jugendhilfe werden in einer öffentlichen Veranstaltung am 7. Mai 2021 in Bernburg (Saale) geehrt.

Wir freuen uns auf zahlreiche Nominierungsvorschläge. Die Ausschreibungsunterlagen stehen auf unserer Website unter: https://friedensengel.stejh.de/der-preis zum Abruf bereit.

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Nominierungsphase für FRIEDENSENGEL 2021 startet

Bernburg (Saale), 24.06.2020: Die Stift­ung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Bernburg startet ab sofort mit der Nominierungsphase für den Preis »FRIEDENSENGEL 2021«.

Mit der Auslobung des mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Preises möchte die Stiftung Ev. Jugendhilfe Mut machende Beispiele von überzeugender Friedensarbeit, die bisher mit ihrer Arbeit wenig bekannt sind, ins Licht der Öffentlichkeit rücken und unterstützen.

In seiner Eröffnungsrede zur Preisverleihung im Jahr 2019 zitierte Vorstandsvorsitzender Klaus Roth den österreichischen Künstler André Heller:

 „Der Friede, der Friede, wo kommt denn der Friede her?
Der kommt nicht vom bloßen Fordern, der kommt nur, wenn wir ihn tun.“

Dieses Tun soll der Preis sichtbar machen, es sollen Menschen und Organisationen geehrt werden, die in ihrer Arbeit Vorbild sind im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, für Versöhnung, Menschenrechte, Überwindung von Rassismus, für soziale Gerechtigkeit, zukunft­sweisenden und nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt sowie interkulturelle und interreligiöse Verständigung.

Ab sofort können eine Vielzahl von Personen und Projekten zur Nominierung vorgeschlagen werden. Eine Jury aus Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens in Sachsen-Anhalt wählt die Preisträger*innen in den drei Kategorien aus.

Die Ausschreibungsunterlagen stehen auf unserer Website unter: https://www.stejh.de/friedensengel2021 zum Abruf bereit.
Wir freuen uns auf zahlreiche Nominierungsvorschläge.

Die Preisträger*innen des »FRIEDENSENGEL 2021« der Sti­ftung Evangelische Jugendhilfe werden in einer öffentlichen Veranstaltung am 7. Mai 2021 in Bernburg (Saale) geehrt.

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Laudatio Kategorie „Beispielhafte Initiative“ – Michael Marquardt

Laudatio von Ministerin Petra Grimm-Benne, Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt

Laudatio auf Herrn Michael Marquardt

anlässlich der feierlichen Verleihung des FRIEDENSENGELS 2019 in der Kategorie „Beispielhafte Initiative“
der Stiftung Evangelische Jugendhilfe Bernburg
am Freitag, den 10. Mai um 12.15 Uhr
im Festsaal der Stiftung in der
Großen Einsiedelgasse 6a, 06406 Bernburg

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Katarina Barley,

lieber Klaus Roth,

sehr geehrte Damen und Herren,

und vor allem: lieber Michael Marquardt,

ich freue mich sehr, heute hier zu sein und mit Ihnen gemeinsam solche Menschen und Organisationen zu würdigen, die sich in ganz besonderer Weise für ihre Mitmenschen engagieren. Denen es immer wichtig war und ist, einen Blick auf die Schwachen und Ausgegrenzten zu haben und sie nach Kräften zu unterstützen.

Für die Gerechtigkeit und die Würde des Einzelnen eben nicht nur Theorie und bloßes Lippenbekenntnis ist, sondern Richtschnur im eigenen Handeln. Menschen, die nicht wegschauen, wenn anderen Unrecht wiederfährt, sondern die sich darüber empören können und die sich einmischen.

Die ihre Ärmel hochkrempeln und maßgeblich dazu beitragen, denen zu helfen, die eben nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und die durch ihr Handeln diese Gesellschaft und unser Miteinander ein Stück weit besser zu machen.

Genau zu diesen Menschen gehörst Du, lieber Michael. Du bist seit jeher ein Kämpfer für die Verständigung zwischen den Völkern und für gelingende Integration von Zugewanderten, egal woher sie kommen. Du standst immer an erster Stelle und mittendrin, wenn es um die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund ging.

Vor allem als langjähriger Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt – der AGSA -, die Du mitbegründet, maßgeblich aufgebaut und zu einem landesweit anerkannten Netzwerk entwickelt hast.

Um deutlich zu machen, wie die Auslandsgesellschaft Ende 1995 das Licht der Welt erblickte, lassen Sie uns diese Zeit noch einmal vor Augen führen. Die 1990er Jahre waren in den neuen Bundesländern nicht nur eine Zeit des positiven Aufbruchs. Viele Menschen erlebten starke Umbrüche und neue Unsicherheiten, vieles im Zusammenleben veränderte sich. Rechtsradikalismus trat hier erstmals offen zu Tage. Und das gleich mit voller Wucht.

Beispielhaft sei hier erinnert an die rassistisch motivierten Ausschreitungen in Hoyerswerda im September 1991 und in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 mit gewalttätigen Übergriffen auf Asylbewerber und Vertragsarbeiter. Hunderte Rechtsextreme gingen damals mit Brandsätzen, Steinen und Baseballschlägern brutal gegen Ausländer vor.

Wir alle haben noch die Bilder des brennenden Hochhauses in Lichtenhagen im Kopf. Wo die Neonazis ihre Parolen unter dem Beifall hunderter Schaulustiger herumgrölten und die Polizei vielfach überfordert war. Diese fremdenfeindliche Stimmung gab es auch in Sachsen-Anhalt.

Einige hier im Saal werden sich an die Magdeburger Himmelfahrtskrawalle im Mai 1994 erinnern. Rechtsextreme Jugendliche jagten damals über mehrere Stunden eine Gruppe von Schwarzafrikanern durch die Innenstadt und schlugen sie teilweise mit Baseballschlägern zusammen.

Da hatte sich etwas Schlechtes zusammengebraut. Ein regelrechter Hass auf Ausländer, der sich ungezügelt Bahn brach. Auch als Ausdruck eines Werteverfalls mit gewalttätigen Auswüchsen, die in der Bevölkerung teilweise ein Klima der Angst schufen.

Vor diesem Hintergrund – und vor allem als Reaktion auf diese Himmelfahrtskrawalle im Jahr 1994 – fanden sich Ende 1995 zehn Einrichtungen und Initiativen der Entwicklungszusammenarbeit und bilaterale Freundschaftsgesellschaften zusammen, um die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt zu gründen.

Und Du, lieber Michael, warst einer dieser Initiatoren. Du hast seit Mai 1996 als Geschäftsführer die Geschicke der AGSA geleitet. Schon in jenem Jahr 1996 hast Du Dich um die Zusammenführung der europäischen Jugend gekümmert und das Eurocamp ins Leben gerufen. Das ist Völkerverständigung pur, denn seither arbeiten junge Menschen aus rund 30 europäischen Staaten jedes Jahr in den Sommerferien in Sachsen-Anhalt zusammen und schaffen etwas für das Gemeinwohl.

Mit viel Herzblut und Engagement hast Du in den letzten Jahren Kontakte zwischen unserem Bundesland und anderen Staaten aufgebaut und entwickelt, um verschiedene Projekte etwa in den Bereichen der Jugendbildung und des interkulturellen Lernens unter anderem mit Frankreich, Rumänien, Polen und Ungarn durchzuführen.

Auf Dich geht auch die Entwicklung des „Eine-Welt-Hauses“ in Magdeburg zurück. Dieses Haus gibt vielen ausländischen Gruppen und Initiativen die Möglichkeit, sich zu organisieren, sich zu treffen und Veranstaltungen zu machen.

Wer die AGSA kennt, der weiß, wie vielfältig die Tätigkeitsbereiche sind, die Du über die ganzen Jahre mit aufgebaut hast. Die Auslandsgesellschaft unterstützt Migranten bei der beruflichen und sozialen Integration, führt nahezu wöchentlich Veranstaltungen zur interkulturellen Bildung  und Antidiskriminierung durch, macht Schulprojekte, betreibt ein interkulturelles Café für Zuwanderer, veranstaltet Seminare für Multiplikatoren und Begegnungsfeste, Gedenkveranstaltungen und interkulturelle Wochen.

Die AGSA begleitet und berät sogar Verwaltungen, Unternehmen und Hochschulen zur verbesserten Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund. Sie  ist außerdem Service- und Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug und Europäischen Freiwilligendienst. Weiterhin kümmert sich die Auslandsgesellschaft um Begegnungsprojekte für sozial benachteiligte Jugendliche und organisiert die Entsendung Jugendlicher in Freiwilligenprojekte anderer Länder.

Dieses so vielfältige Wirken der AGSA als Dachverband mit inzwischen über 40 Mitgliedsorganisationen wäre ohne Dein Engagement undenkbar. Dank Deines unermesslichen Einsatzes hat die AGSA auch viele ehrenamtliche Mitstreiter, welche die Vereinsarbeit nach Kräften unterstützen und mit der AGSA gemeinsam viele Projekte in der Freizeit auf die Beine stellen.

Wer Dich kennt, der schätzt Deine stets offene, konstruktive und vorausschauende Art im Umgang mit Deinen Mitmenschen. Wer Dich kennt, der schätzt auch Deinen aufrechten Charakter und Deine Zivilcourage.

Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang, dass Du von Anfang an dem Landesbündnis für Demokratie und Toleranz angehörtest und Dich unermüdlich beim „Runden Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit in Sachsen-Anhalt“ und beim „Bündnis gegen Rechts“ einbringst.

Lieber Michael, Du bist seit jeher ein Anpacker, ein Mutmacher, ein Mitreißer. Viele wissen, dass Du Dich persönlich für Einzelschicksale einsetzt. Du hilfst mit, Anerkennungen im Beruf zu ermöglichen, Betroffene bei Schulden, Gewalterfahrungen oder Diskriminierungen zu beraten und tatkräftig zu unterstützen. Von Dir gingen viele wichtige Impulse in das Land Sachsen-Anhalt aus, Du hast Programme mitgestaltet und wurdest immer gern als fachlicher Berater hinzugezogen.

Lieber Michael, Du bist ein Mensch mit einem großen Herzen am rechten Fleck, stets mit vollem Einsatz dabei. Von Albert Einstein stammt der Satz: „Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.“

Bei Dir trifft beides zu: Du warst mit Deiner Arbeit als Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft über fast ein Vierteljahrhundert sehr erfolgreich. Und Du bist für uns ein sehr wertvoller Mensch.

Dein nachhaltiger Einsatz für die Verständigung von Menschen verschiedener Völker, für die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund, für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit ist beispielhaft.  

Deshalb freut es mich ganz besonders, dass Du den Friedensengel in der Kategorie „Beispielhafte Initiative“ überreicht bekommst.

Herzlichen Dank für Deinen unermüdlichen Einsatz.

Schön, dass es Dich gibt.

Vielen Dank!   

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Laudatio „Der unbekannte Friedensengel“ – Dr. Thomas Baum

Laudatio von MdL Cornelia Lüddemann

Sehr geehrte Frau Bundesjustizministern Katharina Barley,
sehr geehrte Frau Ministerin Grimm-Benne, 
sehr geehrter Herr Minister Tullner.

Sehr verehrte Damen und Herren, 
lieber verehrter  Herr Dr. Thomas Baum,

es ist ein besonderer und sehr erfreulicher Anlass, der uns heute hier zusammenführt. Es ist mir eine persönliche Freude und Ehre zugleich, eine Laudatio für den Preisträger in der Kategorie „Unbekannter Friedensengel“ halten zu dürfen. Die Auszeichnung in dieser Kategorie soll an wenig bekannte, engagierte Einzelpersonen und ihre Projekte gehen, mit besonderem Schwerpunkt auf zukunftsweisende Friedensarbeit an der Basis. Ein Anliegen, das ich aus vollem Herzen teile.

Es gibt ja viele Wege, Gutes zu tun. Jede und jeder, der Menschen helfen will, kann dies mit einer Spende tun. Geld oder Zeit. Dr. Baum will mehr und tut beides. 

BSein Thema ist die Zahngesundheit. Wie wir alle wissen, nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern für die Gesamtgesundheit des Menschen eklatant entscheidend. Seit vielen Jahren bereist der promovierte Zahnmediziner mit seinem Kollegen Dr. Mathys in regelmäßigen Abständen – und vorwiegend auf eigene Kosten – fremde Länder, um vor Ort die Zahngesundheit nach vorne zu bringen.In Ländern, in denen ein Zahnarztbesuch keine Selbstverständlichkeit ist und ein schmerzender Zahn ein langfristiger. meist qualvoller Begleiter bleibt. Von Prophylaxe mal ganz zu schweigen.

Während hier die Zahnschwester und das Vorsorgeheft – Gott sei Dank – zur Selbstverständlichkeit schon im Kindergarten gehören, haben manche jungen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent noch nie in ihrem Leben einen Zahnarzt gesehen.

Die medizinische Versorgung ist vielerorts unterentwickelt, Vorsorge wird meist komplett vernachlässigt. Allgemeine Mundhygiene und Zahnpflege ist meist ungelernt, ein einfaches Putzwerkzeug nicht vorhanden. Also fundamental anders, als hierzulande. Medizin ist Luxusgut und erreicht nur wenige. Um es mal ganz plastisch zu machen, was tatsächliche Unterversorgung ist: Sambia beispielsweise ist mit ca. 13 Mio. Einwohnern und ca. 180 Dentisten, die hauptsächlich in der Hauptstadt Lusaka arbeiten, schwer unterversorgt.

Ressourcen sind auch im 21. Jahrhundert sehr ungerecht verteilt. In vielen Regionen gibt es gar keine Zahnärzte, so dass die Menschen tagelange Reisen unternehmen oder sich selbst helfen müssen. Auch am Equipment fehlt es allzu oft. Zur Verbesserung dieser traurigen und skandalösen Umstände, haben sich zahlreiche Hilfsorganisationen der zahnmedizinischen Versorgung unterentwickelter Länder oder Regionen verschrieben. Eine solche Organisation ist die Deutsche Stiftung ‚Zahnärzte Ohne Grenzen‘ oder der gemeinnützige ‚Dentists For Africa e.V.‘.

Ein begeisternder Erfahrungsbericht einer Kollegin, der von der Not und den Menschen in Kenia erzählte, gab Dr. Baum offenbar den entscheidenden Anstoß. So machte er sich mit seinem Studienkollegen erstmals 2007 für die damalige „Arzt- und Zahnarzthilfe Kenia e.V.“ auf den Weg, eben nach Kenia. Der erste Hilfseinsatz in Afrika. In Zusammenarbeit mit Franziskaner-Nonnen ging es zunächst zur Behandlung in das Hospital in der Mission in Nairobi und zum Außeneinsatz in die Slums der Großstadt, wo er vorwiegend junge Menschen und Kinder aus den örtlichen Schulen behandelte. Am nächsten Einsatzort, am Viktoriasee behandelte er im Dorfkrankenhaus, in umliegenden Hospitälern und oftmals auch notdürftig unter freiem Himmel. Vorwiegendstanden die Zahnbehandlung und dabei meist die Zahnentfernung im Vordergrund. Erste Erfahrungen, die ihn als Mensch und sein weiteres Tun prägten.

Nach etwa einem halben Jahr der Vorbereitung stand der zweite freiwillige Dienst an. 2008 verlässt Dr. Baum erneut seine heimische Praxis in Baalberge, in der Nähe von Bernburg. Diesmal geht’s nach Nepal, unter der Flagge „Zahnärzte Ohne Grenzen“ – Dentists Without Limits. An zwei Arbeitsstätten in Kathmandu und später in der berühmten „Nepalklinik“ in der Nähe von Pokhara, behandelten Dr. Baum und sein Team notleidende Menschen, befreiten sie von Schmerz und Qualen.

Zu „Dentists Without Limits“ kam – 2 Jahre später – das „Nepal-Schulprojekt“ in einer der entlegensten Regionen Nepals – Humla. Auf der Internetseite seiner Praxis beschreibt er den Einsatz wie folgt: „Mit klapprigen Flugzeugen, schlecht gefederten Kleinbussen, zu Pferd und schließlich entlang eines Jahrtausende alten ehemaligen Pilgerpfades, drei Tage lang zu Fuß, durch gigantische Landschaften und heiße Quellen, bis nahe an die tibetische Grenze, in ein entlegenes Kinderheim.“ Für Dr. Thomas Baum und seinen Mitstreiter Dr. Marco Mathys ist die zahnärztliche Hilfe in vergessenen Regionen zur unverhandelbaren Herzensangelegenheit geworden.

Nach Kenia und Nepal konzentrieren sich die Einsätze seit 2012 auf Sambia. 

Schirmherr ist der von beiden Ärzten gegründete Bernburger Verein „GER.D Charity e.V.“. Dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, in einigen der ärmsten Regionen der Welt zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung nicht nur zu ermöglichen, sondern auch nachhaltig zu unterstützen. Nicht nur die Behandlung steht im Vordergrund, sondern auch die Aufklärungs- und Schulungsarbeit. 

Ich selbst, kämpfe seit Jahren in unserem vermeintlich so fortschrittlichen Land an vielen Stellen für mehr Prävention und kann daher etwas nachvollziehen, wie schwierig dies in anderen Teilen der Welt ist.

Es folgten weitere Einsätze der „Zahnärzte ohne Grenzen“ in Sambia.

Sehr verehrter Herr Dr. Baum, 

mich haben besonders ihr ehrenamtliches Engagement und ihr ganz persönlicher Einsatz – neben Familie, Beruf und anderen Verpflichtungen hier in Sachsen-Anhalt – beeindruckt. Ich konnte schon einige Projekte des Internationalen Roten Kreuzes in Indien oder Myanmar besuchen. Sie leisten Hilfe, ohne bürokratischen Apparat oder institutionelle Geldgeber. Das finde ich hoch anerkennenswert.

Mit Motivation und Ehrgeiz für andere erbauen Sie kleine medizinische Stationen, die sogenannten Dental Units, statten sie – so gut es geht – mit Material aus. Gehen vor Ort auf Spendensuche. So ist es Ihnen gelungen, einen Gesundheits-Stützpunkteinzurichten, der von einem Hotel gestiftet wurde. Denn Verteilung ist nicht nur eine Frage der Kontinente, sondern auch innerhalb der Länder. Er beherbergt u.a. einen Untersuchungsraum, ein Apothekenzimmer, einen großen Warteraum und zwei Bettenzimmer. In regelmäßigen Abständen kommen hier diverse Ärzte und/oder Helferinnen, zu Behandlungen, Impf- und Wiegestunden sowie zur allgemeinen medizinischen Beratung jeglicher Art. Mit Ihrer Hilfe entstehen kleine Behandlungszentren, die eine Behandlung unter freiem Himmel unnötig macht.

Ihr Antrieb ist die Humanität. 

Ohne Honorar und vorwiegend auf eigene Kosten behandeln Sie Patienten, untersuchen Schulkinder, demonstrieren Zahnreinigung und Prophylaxe – es geht Ihnen um direkte medizinische Hilfe. Mit Ihrem Know-how tragen Sie zur dauerhaften Zahngesundheit der Kinder bei, denn gesunde Zähne erweisen sich als enorm wichtig für die schulische Karriere und das Selbstbewusstsein der Kinder. Mit ihrem humanitären Hilfseinsatz möchten Sie vor allem eines: der Menschheit etwas zurückgeben. Beinahe 50 Patientinnen und Patienten behandeln Sie täglich und dies über mehrere Wochen. Ihre Patienten warten oft stundenlang mit großer Geduld und herzlicher Dankbarkeit, weil sie wissen, dass sie gut behandelt werden. Sie sind Ihnen mehr als dankbar, das spüren sie. Ein Blick in dankbare Kinderaugen, das gibt ihnen Kraft. 

Nachhaltigkeit liegt Ihnen am Herzen. Sie geben Hilfe zur Selbsthilfe. Sie setzen sich ein für eine gute Weiterbildung einheimischer Behandler und Schulungen vor Ort. Auch lange nach ihrem Besuch wirken ihre Einsätze nach. Um die Bedingungen zu verbessern, suchen sie Unterstützung in Deutschland. Vor jedem Einsatz planen Sie Spendenaktionen. So beispielsweise sammelt ein benachbarter Supermarkt in Baalberge Zahnpflegeartikel, die in Sambia bei Schulungen u. ä. an Bedürftige verteilt werden. Mit einem CD-Verkauf in Deutschland einer sambischen Künstlerin generieren Sie Geldspenden. Der Erlös, alle Materialen und jeder Euro fließt zu 100% in die Arbeit, die sie auf der Seite www.gerd-charity.com_ – German Dental Charity – dokumentieren und uns so daran teilhaben lassen. Aktuell planen Sieeine weitere Spendensammlung und den Transport per Schiff nach Sambia.

Und was ich auch sehr beeindruckend finde, sie sehen, dass es auch hier Bedarfe gibt. Auch in Bernburg sind Sie sozial engagiert. Unter dem Motto „Schenken Sie Freude, keine Werte!“ haben Sie eine Aktion ins Leben gerufen, die nach einem einfachen Prinzip funktioniert: Kinder, die in ihrer Praxis behandelt werden, dürfen auf einem Zettel je einen freien Wunsch im vorgegebenen Geldrahmen notieren und an den  in der Praxis aufgestellten Weihnachtsbaum hängen. Erwachsene Patienten und sie erfüllen diese Wünsche. In der Vorweihnachtszeit überreichen sie und Ihr Team die Geschenke persönlich. Die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppe Cörmigk, der St. Johannis GmbH, sind jedes Jahr Teil dieses Projektes „Patienten für Kinder“, welches Kinderaugen – auch hier in Sachsen-Anhalt – immer wieder leuchten lässt. 

Und, auch das darf erwähnt sein, darüber hinaus sind sie  Ehemann und Vater von drei „eigenen“ Kindern.

Durch ihr Handeln sind sie unaufdringliches Beispiel für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Der Zufall unserer Geburt soll nicht darüber entscheiden, welche Wege uns vorgezeichnet sind.

Die Idee einer humanistischen Welt wird real im direkten Tun. Nicht reden, sondern einfach machen.

„Sich ernsthaft um andere zu sorgen, sowohl im privaten wie öffentlichen Leben, würde uns der Welt, nach der wir uns so sehnen, sehr viel näherbringen.“

Dieser Satz von Nelson Mandela ist das, was uns alle antreiben sollte. 

Dr. Baum und sein zutiefst humanitäres Engagement erinnert uns daran. 

Dafür danke ich Ihnen von Herzen. 

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Die FRIEDENSENGEL 2019 wurden in Bernburg geehrt

Katarina Barley sprach zur erfolgreichen Premiere der Verleihung des Friedensengel

Bernburg (Saale), 10. Mai 2019: In Bernburg wurde heute durch die Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Bernburg erstmalig Preis »FRIEDENSENGEL« – Preis zur Ehrung für Mut machende Beispiele von überzeugender Friedensarbeit wurde erstmals Engagierte in der Friedensarbeit – verliehen.

Klaus Roth, Vorstandsvorsitzender führte durch die Veranstaltung und erinnerte sich in seine Begrüßungsrede, wie es zur Entstehung dieses Preises kam. Im alljährlichen Weihnachtsbrief an die Förderer und Unterstützer rief er 2017 dazu auf, im eigenen Umfeld, sei es in der Familie oder auf Arbeit, die Welt besser zu machen und der Friedensengel zu werden.

In einer sehr emotionalen Festrede griff auch Katarina Barley die Worte von Klaus Roth auf und sprach darüber, warum ihr das Thema Frieden eine persönlich besonders am Herzen liegt. Als Tochter einer deutschen Mutter und eines britischen Vaters, welche als Kinder beide den zweiten Weltkrieg noch erlebten gehört der Wunsch nach Frieden zur eigenen Familiengeschichte. Während der Vater als kleiner Junge mit Begeisterung die englischen Kriegsbomber am Himmel bestaunte, befand sich die Mutter zur selben Zeit in Dresden.

Der Preis, welcher in drei Kategorien mit je 5.000,00 Euro dotiert ist, wurde in der Kategorie »Beispielhafte Initiative« an Michael Marquardt (Magdeburg), in der Kategorie »Der unbekannte Friedensengel« an Dr. Thomas Baum (Bernburg) und in der Kategorie »Öffentliches Wirken« an den Verein „Wir helfen e.V.“ verliehen.

Die Laudationen hielten für Kategorie »Beispielhafte Initiative« Sozialministerin Petra Grimm-Benne, für die die »Der unbekannte Friedensengel« die Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Cornelia Lüddemann (Link zur Laudatio) sowie für die Kategorie »Öffentliches Wirken« Bildungsminister Marco Tullner.

Die musikalische Umrahmung erfolgte durch den Kinderchor “Aprel” aus Russland, St. Petersburg.

Auf dem Foto: v.l.: Dr. Thomas Baum, Silvia Zöller vom Verein „Wir helfen e.V.“ und Michael Marquardt